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Semax vs. Selank: Was die Forschung zeigt

17 July 2026By Pure Chems Research Team 6 min read
Semax vs. Selank: Was die Forschung zeigt

Nur für Labor- und Forschungszwecke. Nicht zum Verzehr durch Menschen oder Tiere. Die folgenden Informationen fassen präklinische wissenschaftliche Literatur für Labor- und Ausbildungszwecke zusammen. Sie sind nicht für die Anwendung am Menschen oder am Tier bestimmt, und nichts hierin beschreibt oder nahelegt irgendeine Form der Verabreichung. Pure Chems liefert diese Materialien ausschließlich als Forschungschemikalien.

Semax und Selank zählen zu den am häufigsten miteinander verglichenen synthetischen Heptapeptiden der Fachliteratur. Beide gehen auf Arbeiten der Russischen Akademie der Wissenschaften zurück, beide bestehen aus sieben Aminosäuren und bauen auf einem natürlich vorkommenden Ausgangsmolekül auf, und beide werden in neurowissenschaftlichen Modellen untersucht. Dennoch stammen sie von völlig unterschiedlichen Ausgangspeptiden ab und werden im Hinblick auf verschiedene biologische Fragestellungen betrachtet. Dieser Überblick zeigt, wie die beiden Substanzen in präklinischen Studien nebeneinander beschrieben werden, mit Schwerpunkt auf Chemie, berichteten Mechanismen und Handhabung im Labor.

Was sind Semax und Selank

Semax ist ein synthetisches Heptapeptid-Analogon des Fragments ACTH(4-10) des adrenocorticotropen Hormons. Seine Sequenz lautet Met-Glu-His-Phe-Pro-Gly-Pro. Das Pro-Gly-Pro-Ende wurde dem biologisch aktiven ACTH-Fragment hinzugefügt, um den enzymatischen Abbau zu verlangsamen; in der Literatur wird Semax den nootropen und neuroprotektiven Forschungspeptiden zugeordnet.

Selank ist ein synthetisches Heptapeptid-Analogon des endogenen immunmodulatorischen Peptids Tuftsin (Thr-Lys-Pro-Arg). Seine Sequenz lautet Thr-Lys-Pro-Arg-Pro-Gly-Pro, ebenfalls mit einer Pro-Gly-Pro-Verlängerung zur Erhöhung der Stabilität. In der Literatur wird Selank vor allem im Kontext anxiolytischer und immunregulatorischer Forschung beschrieben, weniger im Zusammenhang mit Kognition.

Auf dem Papier wirken die beiden Peptide also wie Geschwister, doch ihre Ausgangsmoleküle ordnen sie unterschiedlichen Forschungsfamilien zu: Semax steht neben Studien zu Kognition und Neuroprotektion, Selank neben Studien zu Angst und Immunsignalübertragung.

Ihre Einordnung in der Fachliteratur

Beide Peptide wurden vorwiegend in Nagetiermodellen und In-vitro-Systemen untersucht. Ein wiederkehrendes Motiv der vergleichenden Literatur ist, dass beide Peptide mit Veränderungen des vom Gehirn stammenden neurotrophen Faktors (BDNF) in Verbindung gebracht wurden, sie jedoch im Hinblick auf unterschiedliche nachgelagerte Fragestellungen untersucht werden.

Berichtete präklinische Forschungsfelder für Semax

  • Modulation des BDNF- und TrkB-Rezeptorsystems im Hippocampus von Nagetieren, untersucht in Lern- und Gedächtnisparadigmen.
  • Neuroprotektive Aktivität in Tiermodellen der zerebralen Ischämie und des oxidativen Stresses.
  • Wirkungen auf die Expression von Neurotrophin-Genen (BDNF und NGF) in verschiedenen Hirnregionen der Ratte.
  • Wechselwirkungen mit dem dopaminergen und serotonergen System in Verhaltenstestbatterien.

Berichtete präklinische Forschungsfelder für Selank

  • Anxiolytisch anmutende Verhaltensprofile in Nagetiermodellen, untersucht ohne die bei manchen Referenzsubstanzen beobachtete Sedierung.
  • Modulation der GABAergen und monoaminergen Signalübertragung in Tierstudien.
  • Regulation des BDNF-Gehalts im Hippocampus und präfrontalen Kortex in gedächtnisbezogenen Paradigmen.
  • Immunmodulatorische und interferonbezogene Effekte, die seine Tuftsin-Herkunft widerspiegeln.

Chemie und Kurzprofile auf einen Blick

  • Semax: Heptapeptid, Sequenz Met-Glu-His-Phe-Pro-Gly-Pro, Molekulargewicht etwa 813,9 g/mol; Ausgangsmolekül ACTH(4-10); Forschungsfamilie nootrope und neuroprotektive Peptide.
  • Selank: Heptapeptid, Sequenz Thr-Lys-Pro-Arg-Pro-Gly-Pro, Molekulargewicht etwa 751,9 g/mol; Ausgangsmolekül Tuftsin; Forschungsfamilie anxiolytische und immunmodulatorische Peptide.
  • Gemeinsames Konstruktionsmerkmal: beide nutzen ein C-terminales Pro-Gly-Pro-Motiv, das den enzymatischen Abbau der aktiven Kernsequenz verringern soll.
  • Darreichungsform: beide werden üblicherweise als lyophilisiertes (gefriergetrocknetes) weißes Pulver zur Rekonstitution im Labor geliefert.

Für Forschende, die neu mit diesen beiden Peptiden arbeiten, ist folgendes Denkmodell am hilfreichsten: Sie sind strukturell analog, funktionell jedoch divergent – dieselbe peptidchemische Konstruktionsstrategie, ein anderer biologischer Zielraum.

Warum die Kennzeichnung „nur für Forschungszwecke“ wichtig ist

Weder Semax noch Selank ist in der Europäischen Union als Arzneimittel zugelassen. Beide wurden ausschließlich in Russland als pharmazeutische Produkte entwickelt und registriert und besitzen weder eine Zulassung über die Europäische Arzneimittel-Agentur noch in den meisten anderen Rechtsordnungen. In der EU werden sie im Rahmen der REACH-Verordnung als Forschungschemikalien und nicht als Arzneimittel behandelt.

Genau darin liegt der Sinn der Kennzeichnung „nur für Forschungszwecke“. Sobald eine Forschungschemikalie mit einer therapeutischen Aussage oder mit einem Hinweis auf eine Anwendung am Menschen dargestellt wird, kann sie unter das EU-Arzneimittelrecht (Richtlinie 2001/83/EG) fallen. Die Beschränkung auf die veröffentlichte präklinische Literatur in der dritten Person hält das Material korrekt eingestuft und die Darstellung redlich. Keine der beiden Substanzen steht derzeit auf der Verbotsliste der Welt-Anti-Doping-Agentur, doch der regulatorische und sportrechtliche Status kann sich ändern; Forschende in regulierten Umfeldern sollten den aktuellen Stand daher eigenständig prüfen.

Handhabung und Lagerung für Forschende

Semax und Selank werden im Labor nahezu identisch gehandhabt, da es sich bei beiden um lyophilisierte Peptide handelt. Zur allgemein berichteten Praxis für Forschungspeptide dieser Art zählt:

  • Das verschlossene lyophilisierte Pulver für die Langzeitstabilität kühl lagern, üblicherweise bei -20 C, geschützt vor Licht und Feuchtigkeit.
  • Ein verschlossenes Vial vor dem Öffnen auf Raumtemperatur kommen lassen, um Kondenswasser auf dem Pulver zu begrenzen.
  • Im Labor mit einem geeigneten sterilen Lösungsmittel rekonstituieren, die Arbeitslösung anschließend gekühlt aufbewahren und innerhalb eines kurzen Zeitfensters verbrauchen.
  • Wiederholte Gefrier-Tau-Zyklen des rekonstituierten Materials vermeiden und alle Vials eindeutig als Forschungschemikalien kennzeichnen.

Eine ausführlichere Darstellung der Lösungsmittelwahl finden Sie im Pure-Chems-Beitrag zu bakteriostatischem Wasser versus Essigsäure zur Peptidrekonstitution.

Häufig gestellte Fragen

Sind Semax und Selank dasselbe?

Nein. Beide sind synthetische Heptapeptide mit einem gemeinsamen stabilisierenden Pro-Gly-Pro-Ende, doch Semax leitet sich vom Fragment ACTH(4-10) ab und wird vor allem in der Kognitions- und Neuroprotektionsforschung untersucht, während Selank vom Tuftsin abgeleitet ist und vor allem in der Angst- und Immunsignalforschung untersucht wird.

Auf welchen Hauptunterschied konzentrieren sich Forschende?

Auf das Ausgangsmolekül. Semax bringt den pharmakologischen Forschungskontext eines ACTH-Fragments mit, Selank den Kontext des immunmodulatorischen Peptids Tuftsin. Das prägt, in welchen Versuchsmodellen und Signalwegen das jeweilige Peptid untersucht wird.

Sind Semax oder Selank in der EU für eine medizinische Anwendung zugelassen?

Nein. Keines der beiden Peptide besitzt eine Zulassung in der Europäischen Union. Sie sind ausschließlich in Russland als Arzneimittel zugelassen und werden anderswo als Forschungschemikalien behandelt. Sie werden ausschließlich für die Laborforschung geliefert.

Ist der Kauf von Semax und Selank für Forschungszwecke in der EU legal?

In der EU werden diese Peptide im Rahmen der REACH-Verordnung im Allgemeinen als Forschungschemikalien und nicht als Arzneimittel behandelt und ausschließlich für Labor- und Analysezwecke geliefert, nicht für die Anwendung am Menschen oder am Tier. Einzelne nationale Vorschriften können abweichen, daher sollten Forschende die für ihre eigene Einrichtung und ihr Land geltenden Anforderungen prüfen.

Welches ist besser?

Die Literatur stellt sie nicht als Konkurrenten dar. Sie werden zu unterschiedlichen Fragestellungen untersucht; ein Vergleich bedeutet daher, ein Peptid einem Forschungsmodell zuzuordnen, und nicht, eines über das andere zu stellen.

Die wichtigsten Erkenntnisse

  • Semax und Selank sind beide synthetische Heptapeptide mit gemeinsamer stabilisierender Pro-Gly-Pro-Konstruktion, aber unterschiedlichen Ausgangsmolekülen.
  • Semax (aus ACTH 4-10) erscheint in der Kognitions- und Neuroprotektionsforschung; Selank (aus Tuftsin) in der anxiolytischen und immunmodulatorischen Forschung.
  • Beide wurden mit Veränderungen des BDNF in Hirnregionen von Nagetieren in Verbindung gebracht – ein roter Faden der vergleichenden Literatur.
  • Keines von beiden ist in der EU ein zugelassenes Arzneimittel; beide werden als Forschungschemikalien ausschließlich für den Laborgebrauch behandelt.
  • Die Handhabung im Labor ist für beide ähnlich: Kaltlagerung des lyophilisierten Pulvers, sorgfältige Rekonstitution und eindeutige Kennzeichnung als reines Forschungsmaterial.

Entdecken Sie die einzelnen Forschungsüberblicke zu jeder Substanz, darunter Semax: Was die Forschung zeigt und Selank: Was die Forschung zeigt, sowie den umfassenderen Überblick zu nootropen und Racetam-Forschungssubstanzen, der zeigt, wie sich diese Peptide in die weitere Kategorie einfügen. Semax und Selank in Forschungsqualität sind bei Pure Chems für den Laborgebrauch erhältlich.

Literatur

Quellen recherchiert über PubMed.

  1. Dolotov OV, Karpenko EA, Inozemtseva LS, et al. Semax, an analog of ACTH(4-10) with cognitive effects, regulates BDNF and trkB expression in the rat hippocampus. Brain Research. 2006;1117(1):54-60. https://doi.org/10.1016/j.brainres.2006.07.108 | https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/16996037/
  2. Kolik LG, Nadorova AV, Antipova TA, et al. Selank, peptide analogue of tuftsin, protects against ethanol-induced memory impairment by regulating BDNF content in the hippocampus and prefrontal cortex in rats. Bulletin of Experimental Biology and Medicine. 2019;167(5):641-644. https://doi.org/10.1007/s10517-019-04588-9 | https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31625062/

Haftungsausschluss: Dieser Artikel dient ausschließlich Forschungs- und Ausbildungszwecken. Semax und Selank sind Forschungschemikalien, die strikt für In-vitro- und Laboruntersuchungen bestimmt sind. Nur für Labor- und Forschungszwecke. Nicht zum Verzehr durch Menschen oder Tiere. Sie sind keine Nahrungsergänzungsmittel und keine Arzneimittel. Nichts hierin stellt eine medizinische Beratung oder eine therapeutische Aussage dar.

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