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Bioregulatoren (Khavinson-Peptide): Cartalax, Pinealon und Ovagen im Überblick

Kurz gesagt: Bioregulatoren-Peptide, oft Khavinson-Peptide genannt, sind sehr kurze Peptide aus nur zwei bis vier Aminosäuren. Die Forschung untersucht sie vor allem in Zellkultur und Tiermodellen als mögliche Regulatoren der Gen- und Proteinexpression. Bekannte Vertreter sind Epithalon, Pinealon, Cartalax und Ovagen. Zugelassene Arzneimittel sind sie in der EU nicht.

Kaum eine Peptidgruppe wirft so viele Fragen auf wie die Bioregulatoren. Woher kommt das Konzept, was ist über die einzelnen Substanzen bekannt und wie unterscheiden sie sich? Dieser Überblick ordnet die Gruppe ein und verweist auf die passenden Forschungspeptide in unserem Sortiment.

Was sind Bioregulatoren-Peptide?

Bioregulatoren sind ultrakurze Peptide: Dipeptide, Tripeptide und Tetrapeptide. Größere Peptide falten sich zu komplexen räumlichen Strukturen. Diese Moleküle sind dafür zu klein, weshalb man ihr Verhalten im Modell vor allem der Sequenz zuschreibt, also der Abfolge der Aminosäuren.

Auffällig ist ein gemeinsames Muster: Glutaminsäure (Glu) und Asparaginsäure (Asp) tauchen in vielen Sequenzen der Familie auf. In der Literatur kehren zudem kurze Fragmente wie KE (Lys-Glu), KED (Lys-Glu-Asp) und AED (Ala-Glu-Asp) immer wieder.

Woher kommt der Begriff Khavinson-Peptide?

Das Konzept geht auf Wladimir Chawinson (englisch: Vladimir Khavinson) und seine Kolleginnen und Kollegen am St. Petersburger Institut für Bioregulation und Gerontologie zurück. Ihre Ausgangsidee: Aus größeren Gewebeextrakten lässt sich ein minimales aktives Fragment isolieren, das als Signalmolekül wirkt. Daraus entstanden synthetische Kurzpeptide, die jeweils einem Gewebe zugeordnet werden.

Wie werden Bioregulatoren erforscht?

Die Literatur zu Bioregulatoren beruht überwiegend auf In-vitro-Arbeiten und Tiermodellen, nicht auf klinischen Studien am Menschen. Ein wiederkehrendes Thema ist die Genexpression. Berichtet wird, dass kurze Peptide in Zellkultur die Expression von Markern für Zellteilung, Differenzierung und Zellalterung verändern können. Beispiele aus der Forschung:

  • Zellalterung in vitro: Arbeiten an Hautfibroblasten untersuchten, wie KE, KED, AED und AEDG mit dem Teilungsmarker Ki-67 und dem Enzym MMP-9 zusammenhängen.
  • Stammzelldifferenzierung: An Stammzellen des Zahnhalteapparats wurde geprüft, ob Kurzpeptide neuronale Marker wie GAP43 und Nestin beeinflussen.
  • Gewebespezifische Modelle: Einzelne Bioregulatoren werden mit einem Gewebe gepaart, etwa Epithel-, Leber- oder Nervenzelllinien.

Typische Methoden sind Immunfluoreszenz, konfokale Mikroskopie und Western Blot. Die Ergebnisse werden als Veränderungen von Markern beschrieben, nicht als gesundheitliche Effekte.

Die wichtigsten Bioregulatoren im Überblick

Epithalon (Epitalon)

Das Tetrapeptid Ala-Glu-Asp-Gly (AEDG) ist der bekannteste Vertreter. Es wurde aus der Forschung an einem Präparat der Zirbeldrüse entwickelt und wird zu Telomerase-Aktivität in Zellkultur sowie zu Zirbeldrüse und Melatonin-Rhythmus untersucht. Beide Schreibweisen sind gebräuchlich. Mehr im Beitrag Epitalon Wirkung, das Forschungspeptid finden Sie unter Epithalon 10 mg.

Pinealon

Pinealon ist ein Tripeptid (Glu-Asp-Arg, kurz EDR), das vor allem in der Neurowissenschaft untersucht wird, mit einer langen Forschungstradition an russischen Instituten. Im Fokus stehen Modelle zu Zellstress und oxidativem Stress sowie seine Rolle als genregulierendes Kurzpeptid. Zum Produkt: Pinealon 10 mg.

Cartalax

Cartalax gehört zu den Bioregulatoren, die dem Bindegewebe zugeordnet werden. Untersucht wird es in Modellen der Knorpelzellforschung und als genregulierendes Kurzpeptid. Die Sequenzangaben zu Cartalax unterscheiden sich je nach Quelle. Gerade hier zählt deshalb das COA mehr als der Handelsname. Zum Produkt: Cartalax 10 mg.

Ovagen

Ovagen ist ein synthetisches Tripeptid aus der Bioregulator-Gruppe. Die Forschung untersucht es in Leberzellmodellen und im Zusammenhang mit Genregulation. Zum Produkt: Ovagen 10 mg.

Thymulin

Thymulin ist streng genommen kein Khavinson-Kurzpeptid, wird aber oft in derselben Kategorie geführt. Es ist ein Thymus-Peptid, dessen Aktivität im Labormodell von einem gebundenen Zinkion abhängt. Man spricht deshalb von einem Metallopeptid. Untersucht wird es in Modellen des Immunsystems und der Achse zwischen Thymus und Hormonsystem. Zum Produkt: Thymulin 10 mg. Den Vergleich mit einem weiteren Thymus-Peptid lesen Sie unter Thymosin Alpha 1 oder Thymulin.

PeptidTypForschungsfeld
EpithalonTetrapeptid (AEDG)Telomerase, Zirbeldrüse
PinealonTripeptid (EDR)Neuroprotektion, oxidativer Stress
CartalaxKurzpeptidBindegewebe, Knorpelzellen
OvagenTripeptidLeberzellen, Genregulation
Thymulinzinkabhängiges Thymus-PeptidImmun- und Hormonsystem

Warum der Name allein nicht reicht

Die Sequenzen der Bioregulatoren überschneiden sich, und die Benennung ist zwischen Anbietern nicht einheitlich. Forschende prüfen die Identität deshalb anhand des Analysenzertifikats und nicht anhand des Handelsnamens. Ein gutes COA nennt Sequenz, Molekulargewicht und HPLC-Reinheit. Die Massenspektrometrie zeigt, ob die gemessene Masse zur angegebenen Sequenz passt. Wie Sie ein Zertifikat lesen, erklärt der Beitrag Peptid-Reinheit: HPLC und COA richtig lesen.

Bioregulatoren oder längere Peptide: Was ist der Unterschied?

Peptide wie BPC-157 mit 15 Aminosäuren oder die GLP-1-Forschungspeptide sind deutlich länger als Bioregulatoren. Längere Ketten können sich falten und an bestimmte Rezeptoren binden, ihr Verhalten hängt stark von der räumlichen Struktur ab. Bei Bioregulatoren mit zwei bis vier Aminosäuren fällt diese Faltung weg. Die Forschung beschreibt sie deshalb weniger über einen klassischen Rezeptor als über Veränderungen in der Gen- und Proteinexpression. Für die Laborpraxis hat die Kürze einen Vorteil: Die Moleküle sind klein und polar und lösen sich in der Regel gut in wässrigen Lösungsmitteln.

Handhabung im Labor

Bioregulatoren werden wie andere lyophilisierte Forschungspeptide behandelt:

  • Lagerung: Unsere Bioregulatoren lagern Sie bei 2 bis 8 °C, geschützt vor Licht und Feuchtigkeit.
  • Auflösen: Je nach Löslichkeit mit bakteriostatischem Wasser oder einer verdünnten Säure. Den Ablauf zeigt Peptide mischen.
  • Arbeitslösungen: In Aliquots aufteilen, kalt halten und innerhalb des angegebenen Stabilitätsfensters verbrauchen.
  • Dokumentation: Chargennummer, Lösungsmittel, Konzentration und Datum notieren.

Bioregulatoren kaufen: Qualität und Versand

Alle Bioregulatoren bei PureChems werden als lyophilisiertes Pulver im Glas-Vial geliefert, mit mindestens 99 % Reinheit laut HPLC und Massenspektrometrie eines unabhängigen Labors und mit COA zu jeder Charge. Der Versand erfolgt diskret und mit Sendungsverfolgung aus der EU, bezahlt wird per Karte, Google Pay oder Krypto. Die ganze Auswahl finden Sie in der Kategorie Peptide und Bioregulatoren.

Häufige Fragen zu Bioregulatoren

Sind Bioregulatoren zugelassene Medikamente?

Nein. In der EU sind sie nicht als Arzneimittel zugelassen. Die vorhandene Literatur beruht auf Zellkultur und Tiermodellen.

Was bedeutet Khavinson-Peptide?

Der Begriff verweist auf Wladimir Chawinson und sein Institut in St. Petersburg, wo das Konzept der kurzen Bioregulator-Peptide entwickelt wurde.

Warum sind diese Peptide so kurz?

Sie bestehen nur aus zwei bis vier Aminosäuren. Das unterscheidet sie deutlich von längeren Peptiden wie BPC-157.

Haben alle Bioregulatoren dieselbe Sequenz?

Nein. Jedes Peptid hat eine eigene Sequenz. Die Identität sollte deshalb immer am COA geprüft werden.

Wie lagert man Bioregulatoren?

Als Pulver bei 2 bis 8 °C, lichtgeschützt und trocken. Gelöste Peptide gehören in den Kühlschrank und werden innerhalb des angegebenen Stabilitätsfensters verbraucht.

In welcher Form werden Bioregulatoren geliefert?

Als lyophilisiertes Pulver im Glas-Vial mit sterilem Verschluss, mit COA zu jeder Charge. Gelöst wird erst für die Laborarbeit.

Epitalon oder Epithalon: Was ist richtig?

Beides. Es handelt sich um dasselbe Tetrapeptid Ala-Glu-Asp-Gly, nur unterschiedlich geschrieben.

Nur für Forschungszwecke. Nicht für den menschlichen oder tierischen Verzehr.

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