Die MOTS-c Wirkung ist bisher nur aus präklinischen Studien bekannt: In Zell- und Tiermodellen wirkt das Peptid als Stoffwechselsignal, das unter anderem das Enzym AMPK aktiviert und vor allem in der Skelettmuskulatur untersucht wurde. Das Besondere an MOTS-c ist seine Herkunft: Es ist nicht im Zellkern, sondern in der DNA der Mitochondrien kodiert. Für den Menschen ist MOTS-c nicht zugelassen, PureChems liefert MOTS-c als lyophilisiertes Forschungspeptid.
Was ist MOTS-c?
MOTS-c steht für „mitochondrial open reading frame of the 12S rRNA type-c“. Übersetzt heißt das: Das Peptid wird von einem kurzen Leseraster innerhalb des 12S-rRNA-Abschnitts der mitochondrialen DNA abgelesen. Damit gehört es zu einer kleinen Gruppe, den mitochondrial kodierten Peptiden (englisch mitochondrial-derived peptides, MDP). Ein weiteres bekanntes Mitglied dieser Gruppe ist Humanin.
Erstmals beschrieben wurde MOTS-c im Jahr 2015 von einer Arbeitsgruppe um Lee an der University of Southern California. Die Arbeit erschien in der Fachzeitschrift Cell Metabolism und hat die Sicht auf Mitochondrien erweitert: Sie sind nicht nur Kraftwerke der Zelle, sondern auch eine Quelle von Signalpeptiden.
Warum ist die Herkunft so ungewöhnlich?
Fast alle Proteine einer Zelle werden im Zellkern kodiert. Die Mitochondrien besitzen zwar eine eigene, kleine DNA, aber man ging lange davon aus, dass sie nur wenige Bausteine für die eigene Energieproduktion liefert. Dass dort auch Signalmoleküle kodiert sind, die auf den Rest der Zelle wirken, war eine neue Erkenntnis.
MOTS-c Wirkung: Was zeigen die Studien?
Die Studienlage ist vorwiegend präklinisch. In der Literatur werden vor allem diese Befunde beschrieben:
- Folatzyklus und AMPK: In Zellkulturen greift MOTS-c in den Folatzyklus und die Neubildung von Purinen ein. Als direkte Folge wird die Aktivierung der AMP-aktivierten Proteinkinase (AMPK) beschrieben, eines zentralen Energiesensors der Zelle.
- Skelettmuskel: In Nagetiermodellen gilt die Skelettmuskulatur als wichtigstes Zielgewebe. Untersucht wurde unter anderem der Umgang mit Glukose in Muskelpräparaten.
- Insulinresistenz: Tierstudien haben MOTS-c bei ernährungsbedingter und altersbedingter Insulinresistenz an Mäusen untersucht.
- Weg in den Zellkern: Unter Stoffwechselstress kann MOTS-c laut Literatur in den Zellkern wandern und sich dort an stressabhängige Transkriptionsfaktoren anlagern. Deshalb wird es als rückläufiges Signal vom Mitochondrium zum Zellkern beschrieben.
- Alter: Beobachtungsstudien beschreiben, dass die MOTS-c-Konzentration im Blut mit dem Alter abnimmt.
Übersichtsarbeiten betrachten MOTS-c außerdem in Modellen zu Herz-Kreislauf, Entzündung und Alterung. Sie halten aber fest, dass bisher keine klinische Anwendung belegt ist. Laborbefunde lassen sich nicht einfach auf Menschen übertragen.
Wie belastbar ist die Studienlage?
MOTS-c ist ein junges Forschungsfeld. Seit der Erstbeschreibung ist die Literatur schnell gewachsen und umfasst inzwischen mehrere hundert indexierte Arbeiten. Der Großteil stammt aus Zellkulturen und Nagetiermodellen. Wer neu einsteigt, beginnt am besten mit Übersichtsarbeiten, etwa der Übersicht von Zheng und Kollegen aus dem Jahr 2023 in Frontiers in Endocrinology. Die Primärstudien arbeiten mit sehr unterschiedlichen Modellen, und Ergebnisse aus einem Modell lassen sich nicht ohne Weiteres auf ein anderes übertragen.
Dosierung und Nebenwirkungen
Nach „MOTS-c Dosierung“ und „MOTS-c Nebenwirkungen“ wird häufig gesucht. Da MOTS-c für den Menschen nicht zugelassen ist und bei uns ausschließlich als Forschungsmaterial verkauft wird, geben wir dazu keine Empfehlungen. Die Menge im Versuch richtet sich nach Ihrem Protokoll. Daten zu Nebenwirkungen beim Menschen beanspruchen wir nicht.
MOTS-c oder SS-31: Was ist der Unterschied?
MOTS-c und SS-31 werden oft gemeinsam als „Mitochondrien-Peptide“ bezeichnet. Das täuscht, denn die beiden sind grundverschieden:
| Merkmal | MOTS-c | SS-31 (Elamipretide) |
|---|
| Herkunft | Körpereigen, in der mitochondrialen DNA kodiert | Synthetisch entwickelt, kein natürliches Vorbild |
| Größe | Kurzes Peptid aus einem mitochondrialen Leseraster | Tetrapeptid aus 4 Bausteinen |
| Forschungsschwerpunkt | Signalmolekül für den Stoffwechsel | Bindung an Cardiolipin in der inneren Mitochondrienmembran |
| Status | Präklinisch | In klinischen Studien zu Mitochondrienerkrankungen untersucht, in der EU nicht als Arzneimittel zugelassen |
Vereinfacht gesagt: MOTS-c wird als Information untersucht, als Peptid, das das Mitochondrium verlässt und beeinflusst, was im Zellkern passiert. SS-31 wird als Strukturfaktor untersucht, als Peptid, das in der Membran bleibt und dort die Umgebung von Lipiden und Proteinen verändert. Wer beide im selben Versuch vergleicht, misst also zwei verschiedene Dinge. SS-31 führt PureChems mit 50 mg pro Vial.
MOTS-c oder NAD+?
Auch der Vergleich „NAD plus vs MOTS-c“ wird oft gesucht. NAD+ ist kein Peptid, sondern ein Coenzym, das in allen Zellen an unzähligen Redoxreaktionen beteiligt ist und als Substrat für Sirtuine dient. MOTS-c dagegen ist ein einzelnes Signalpeptid. Beide treffen sich in der Stoffwechsel- und Alternsforschung, setzen aber an ganz unterschiedlichen Stellen an. NAD+ gibt es bei uns als lyophilisiertes Pulver. Mehr dazu lesen Sie in NAD+ kaufen: Pulver, Reinheit und Forschung.
Worauf sollten Sie beim Kauf von MOTS-c achten?
Für MOTS-c gibt es keine Arzneibuch-Monographie. Das Analysenzertifikat (COA) ist deshalb der einzige echte Beleg dafür, was im Vial steckt. Achten Sie auf:
- eine Chargennummer, die auf Zertifikat und Vial übereinstimmt,
- die Reinheit per HPLC, bei PureChems mindestens 99 %,
- die Identität per Massenspektrometrie, also den Abgleich von gemessener und berechneter Masse,
- eine Prüfung durch ein unabhängiges Labor.
Der Versand erfolgt diskret und mit Sendungsverfolgung aus der EU. Sie bezahlen per Karte, mit Google Pay oder in Kryptowährung. Allgemeine Kaufkriterien finden Sie in Peptide kaufen in Deutschland.
Wie lagert und löst man MOTS-c?
- Das verschlossene Vial bei 2 bis 8 °C lagern und vor Licht schützen. Für längere Zeiträume ist Tiefkühlen üblich.
- Vor dem Öffnen auf Raumtemperatur kommen lassen, damit keine Feuchtigkeit an das Pulver gelangt.
- Mit einem passenden Lösungsmittel lösen, sanft schwenken, nicht schütteln.
- Nach dem Lösen in Portionen aufteilen und gekühlt lagern. Gelöste Peptide halten meist Wochen, nicht Monate.
- Chargennummer und Datum des Anmischens notieren.
Die genaue Vorgehensweise zeigt unsere Anleitung Peptide mischen. Wer zu Mitochondrien forscht, findet in Methylenblau Wirkung eine weitere Substanz, die mit der Atmungskette interagiert.
Häufige Fragen zu MOTS-c
Was ist MOTS-c einfach erklärt?
Ein kurzes Peptid, das nicht im Zellkern, sondern in der DNA der Mitochondrien kodiert ist. Es wird als Signalmolekül für den Stoffwechsel untersucht.
Wie wirkt MOTS-c?
In Zellmodellen greift es in den Folatzyklus ein und aktiviert in der Folge die AMPK. In Tiermodellen wurde vor allem der Skelettmuskel untersucht.
Ist MOTS-c ein zugelassenes Arzneimittel?
Nein. MOTS-c ist ein Forschungsgegenstand und nirgends als Arzneimittel zugelassen.
Wann wurde MOTS-c entdeckt?
Die erste Beschreibung erschien 2015.
Ist MOTS-c dasselbe wie SS-31?
Nein. MOTS-c ist ein körpereigenes Signalpeptid, SS-31 ein synthetisches Tetrapeptid, das an Cardiolipin bindet.
Wie lange hält gelöstes MOTS-c?
Wie bei den meisten Peptiden im Kühlschrank eher Wochen als Monate. Das trockene Pulver ist deutlich länger stabil. Teilen Sie gelöstes MOTS-c deshalb in Portionen auf.
In welcher Form liefert PureChems MOTS-c?
Als lyophilisiertes Pulver im Glasvial, mit Analysenzertifikat zu jeder Charge.
Zu den Produkten: MOTS-c, SS-31 und NAD+
Nur für Forschungszwecke. Nicht für den menschlichen oder tierischen Verzehr bestimmt.