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PE 22-28 oder Dihexa: Zwei Forschungssubstanzen im Vergleich

Kurz gesagt: PE 22-28 vs Dihexa vergleicht zwei Substanzen aus der Hirnforschung, die an völlig verschiedenen Stellen ansetzen. PE22-28 ist ein Peptid aus sieben Aminosäuren, abgeleitet von Spadin, und wird als Blocker des Kaliumkanals TREK-1 untersucht, vor allem in Nagetiermodellen zur Stimmung. Dihexa ist ein peptidabgeleitetes kleines Molekül aus der Angiotensin-IV-Forschung und wird für den HGF/c-Met-Signalweg und die synaptische Plastizität untersucht.

Beide Substanzen werden häufig in einem Atemzug genannt, weil sie in der neurowissenschaftlichen Forschung eingesetzt werden. Damit hören die Gemeinsamkeiten aber fast schon auf. Dieser Vergleich zeigt, woher die beiden kommen, wie sie im Labor wirken und welche Fragestellungen zu welcher Substanz passen.

Was ist PE22-28?

PE22-28 (auch PE-22-28 oder PE 22-28 geschrieben) ist ein kurzes synthetisches Peptid aus sieben Aminosäuren. Um seine Herkunft zu verstehen, lohnt ein Blick auf die Vorstufen:

  • Sortilin, auch Neurotensin-Rezeptor 3 (NTSR3) genannt, ist ein Protein, das in der Zelle verarbeitet wird.
  • Dabei wird ein Propeptid aus 44 Aminosäuren abgespalten, kurz PE.
  • Ein Abschnitt daraus mit 17 Aminosäuren heißt Spadin. Er wurde als natürlicher Blocker des Kaliumkanals TREK-1 erkannt.
  • PE22-28 ist ein noch kürzeres Stück dieses Bereichs mit sieben Aminosäuren, das die kanalblockierende Wirkung im Labor beibehält.

TREK-1 gehört zu den Kaliumkanälen mit zwei Porendomänen (K2P). Er reguliert den elektrischen Ruhezustand von Nervenzellen und anderen Zellen. Nachdem Spadin in Nagetiertests antidepressiv-ähnliche Effekte gezeigt hatte, suchten Forschungsgruppen nach kürzeren, stabileren Varianten. So entstand das Interesse an PE22-28.

Die präklinische Forschung zu PE22-28 und seiner Peptidfamilie umfasst:

  • Blockade von TREK-1 in elektrophysiologischen Versuchen
  • antidepressiv-ähnliche Verhaltensmessungen in Nagetiermodellen
  • Neubildung von Nervenzellen im Hippocampus als zellulärer Messwert
  • Struktur-Wirkungs-Vergleiche zwischen Spadin, verkürzten Fragmenten und sogenannten Retro-Inverso-Analoga
  • TREK-1 außerhalb des Nervensystems, etwa in den Betazellen der Bauchspeicheldrüse

Grundlegende Arbeiten dazu stammen von Mazella und Kollegen sowie von Veyssiere und Kollegen.

Warum suchen Forschende nach immer kürzeren Varianten?

Längere Peptide werden im Körper und in Lösung schneller von Enzymen abgebaut. Kürzere Fragmente sind leichter herzustellen und oft stabiler. Bei Spadin gingen Forschungsgruppen noch einen Schritt weiter und testeten sogenannte Retro-Inverso-Analoga. Dabei wird die Reihenfolge der Bausteine umgedreht und jede Aminosäure durch ihre spiegelbildliche D-Form ersetzt. Solche Varianten ähneln in ihrer Form dem Original, werden aber von vielen Enzymen schlechter erkannt. In der Arbeit von Veyssiere und Kollegen zeigten sie in Tiermodellen eine stärkere antidepressiv-ähnliche Wirkung als Spadin. PE22-28 steht in derselben Linie: ein möglichst kleines Stück, das die Wirkung am Kanal behält.

Was ist Dihexa?

Dihexa ist kein klassisches Peptid, sondern ein peptidabgeleitetes kleines Molekül, ein sogenanntes Peptidomimetikum. Es ging aus der Forschung zu Angiotensin IV hervor, einem Bruchstück des Hormons Angiotensin, das für Gedächtnisprozesse untersucht wurde. Ziel war ein kleineres, stabileres Molekül mit ähnlicher Wirkung im Gehirn.

Die Forschung zu Dihexa konzentriert sich auf zwei Bereiche:

  • HGF/c-Met-Signalweg: HGF ist der Hepatozyten-Wachstumsfaktor, c-Met sein Rezeptor. Untersucht wird, wie Dihexa dieses Wachstumsfaktor-System im Labor beeinflusst.
  • Synaptische Plastizität: Wie wirkt Dihexa auf die Bildung von Synapsen und die Verbindung zwischen Nervenzellen?

Eine Übersicht von Wright, Kawas und Harding beschreibt die Entwicklung kleiner Angiotensin-IV-Analoga für die Forschung zu neurodegenerativen Erkrankungen. Die Datenlage ist präklinisch und beruht auf Zell- und Tierversuchen.

PE 22-28 vs Dihexa: Die Unterschiede auf einen Blick

MerkmalPE22-28Dihexa
Substanzklassekurzes synthetisches PeptidPeptidomimetikum (kleines Molekül)
Abgeleitet vonSpadin (aus dem Sortilin-Propeptid)Angiotensin IV
Länge7 Aminosäurenkein reines Peptid
ZielstrukturKaliumkanal TREK-1HGF/c-Met-Signalweg
ForschungsschwerpunktStimmungsmodelle, Neubildung von NervenzellenSynapsenbildung, Lernen und Gedächtnis im Modell
Studienlagepräklinischpräklinisch
Form bei PureChems5 mg lyophilisiertes Pulver10 mg lyophilisiertes Pulver

Welche Substanz passt zu welcher Fragestellung?

Die Wahl hängt davon ab, welchen Mechanismus Sie untersuchen wollen. PE22-28 ist ein Werkzeug, um gezielt einen Ionenkanal zu blockieren und dessen Rolle für die Erregbarkeit von Nervenzellen und für Verhaltensmodelle zu prüfen. Dihexa setzt dagegen bei einem Wachstumsfaktor-System an und eignet sich für Fragen rund um Synapsenbildung und neuronale Vernetzung.

Beide gleichzeitig in einem Versuch einzusetzen, ist möglich, macht die Auswertung aber schwieriger. Weil sie über unabhängige Wege wirken, sollte das Studiendesign klar trennen, welcher Effekt welcher Substanz zugeordnet wird.

Wer PE22-28 eher mit anderen Neuropeptiden vergleichen möchte, findet in unserem Beitrag Semax oder Selank zwei weitere Peptide aus der Hirnforschung. Einen Überblick über das Feld gibt die Kategorie Nootropika-Peptide.

Sind PE22-28 und Dihexa zugelassen?

Nein. Keine der beiden Substanzen ist als Arzneimittel zugelassen, und keine hat die klinische Entwicklung am Menschen abgeschlossen. Alle hier beschriebenen Daten stammen aus Zell- und Tierversuchen. Ergebnisse aus solchen Modellen lassen sich nicht auf Menschen übertragen. Angaben zu Dosierung oder Anwendung am Menschen machen wir deshalb nicht.

Wie werden PE22-28 und Dihexa gelagert und aufgelöst?

Beide Substanzen liefert PureChems als lyophilisiertes Pulver im Glasfläschchen mit sterilem Verschluss. Gelagert werden sie bei 2 bis 8 °C und lichtgeschützt, für längere Zeit verschlossen im Gefrierfach. Vor dem Öffnen sollte das Fläschchen Raumtemperatur annehmen.

Zum Auflösen wählen Labore ein Lösungsmittel, das zur Substanz und zum Versuch passt, häufig bakteriostatisches Wasser. Die Lösung wird gekühlt aufbewahrt und in Einzelportionen aufgeteilt, damit sie nicht mehrfach auftaut. Halten Sie Chargennummer, Analysenzertifikat und Datum des Auflösens fest. Mehr dazu im Leitfaden Peptide lagern.

PE22-28 und Dihexa bei PureChems kaufen

Im Shop finden Sie PE22-28 mit 5 mg pro Fläschchen und Dihexa mit 10 mg pro Fläschchen. Jede Charge prüft ein unabhängiges Labor per HPLC und Massenspektrometrie auf mindestens 99 % Reinheit, zu jeder Charge gibt es ein Analysenzertifikat (COA). Der Versand erfolgt diskret und mit Sendungsverfolgung aus der EU, bezahlt wird per Karte, Google Pay oder Kryptowährung.

Häufige Fragen zu PE22-28 und Dihexa

Was ist der Unterschied zwischen PE22-28 und Dihexa?

PE22-28 ist ein Peptid aus sieben Aminosäuren, das den Kaliumkanal TREK-1 blockiert. Dihexa ist ein Peptidomimetikum aus der Angiotensin-IV-Forschung, das über den HGF/c-Met-Signalweg und die Synapsenbildung untersucht wird.

Wie hängt PE22-28 mit Spadin zusammen?

PE22-28 ist eine verkürzte Variante von Spadin. Spadin besteht aus 17 Aminosäuren und stammt aus dem Propeptid von Sortilin. PE22-28 umfasst sieben Aminosäuren aus demselben Bereich.

Ist Dihexa ein Peptid?

Nicht im engeren Sinn. Dihexa ist ein peptidabgeleitetes kleines Molekül, ein Peptidomimetikum.

Gibt es Studien am Menschen?

Nein. Die Daten zu beiden Substanzen stammen aus Zell- und Tierversuchen.

Wie lagere ich PE22-28 und Dihexa?

Als Pulver bei 2 bis 8 °C, trocken und lichtgeschützt. Aufgelöst im Kühlschrank und in Einzelportionen.

Nur für Forschungszwecke. Nicht für den menschlichen oder tierischen Verzehr.

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